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Die Welt am Draht, das sind Kommentare, Informationen, Gedanken und natürlich News rund um die Welt der Comics und darüber hinaus.

24.11.2010

Draht verlegt
(Umzug)

An dieser Stelle wird es keine Aktualisierungen mehr geben. Wir haben Comicgate im November 2011 umgebaut, dabei haben wir die "Welt am Draht" in die Hauptseite integriert. Unter diesem Link findet ihr weiterhin Links, News, Kommentare und Einsichten aus der Comicgate-Redaktion.

posted by Thomas um 22:45 | Permalink


12.10.2010

Frisch aus der Druckerei, 5/10
(Comic-Neuheiten im August und September)

In den letzten beiden Monaten erschienen auffällig viele Bücher bei Verlagen, die sonst nur selten Comics herausgeben. Das hat sicher auch damit zu tun, dass mit der Frankfurter Buchmesse ein für alle Verlage wichtiges Branchenevent vor der Tür stand.

HIGHLIGHT DES MONATS: Der Zürcher Atrium Verlag bringt die deutschsprachige Ausgabe eines bemerkenswerten Comics, der international für Aufsehen gesorgt hat: Logicomix - Eine epische Suche nach Wahrheit behandelt das Leben des Mathematikers und Philosophen Bertrand Russel und bringt dem Leser damit komplexe Sachverhalte aus Logik und Mathematik nahe. Logicomix bekam nach seiner Veröffentlichung in den USA durchweg gute Kritiken und mauserte sich zum echten Bestseller. Der Comic stammt von einem griechischstämmigen Team, das sich hier in Comicform vorstellt. Eine PDF-Leseprobe kann man hier herunterladen.

Ein weiterer Sachcomic ist beim Goldmann Verlag erschienen: Die Sache mit den Genen von Mark Schultz (Xenozoic Tales) erzählt die Geschichte der Evolution, gezeichnet ist der Comic von den Brüdern Kevin und Zander Cannon. Letzteren könnten einige von seiner Zusammenarbeit mit Alan Moore bei Top 10 und Smax kennen. Die Sache mit den Genen ist laut Untertitel "Der Comic über das Geheimnis des Lebens" und vermittelt Grundwissen aus dem Bereich der Genetik, erzählt aus der Perspektive einer außerirdischen Spezies, die die Entstehung von Leben auf dem Planeten Erde erforscht. Eine Leseprobe gibt es hier.

Nach Archetyp und Prototyp schließt Ralf König beim Rowohlt Verlag seine Trilogie ab, die sich mit religiösen Themen beschäftigt. Antityp handelt vom Apostel Paulus, der in frühchristlicher Zeit die Lehre von Jesus Christus in der Welt verbreite. Im Interview in Comixene 107 berichtet König von seiner intensiven Arbeit an diesem Comic: "Adam, Eva und die Sintflut sind hinlänglich bekannt, aber bei Paulus ist die ganze Theologie mit drin. Paulus ist auch die ganze Lust- und Sexualfeindlichkeit in der Kirche. Deshalb ist der Kandidat für mich hochinteressant. Es ist wirklich knifflig, die ganzen historischen und theologischen, hochtrockenen Hintergründe irgendwie in Sprechblasen zu packen, die am Ende komisch sein sollen. Nach Jago ist das sicherlich das vom Kopf her Aufwendigste, was ich bislang gemacht habe." Eine Kostprobe aus dem Buch kann man bei queer.de sehen.

Der kleine Verlag Alpheus, betrieben vom Schauspieler Hanns Zischler, veröffentlicht mit Aus der Nachwelt seinen ersten Comic. Autor ist Zischler selbst, die Zeichnungen stammen von der Stuttgarterin Friederike Groß. Es geht um einen fiktiven Maler und Graphiker, der im Jahr 1971 Besuch aus der Zukunft bekommt. Ursprünglich wollte Zischler aus dem Stoff einen Film machen, weil dies aber nicht klappte und er auch gerne Comics liest, entstand schließlich dieses Buch. Andreas Platthaus, der hier über die Buchpräsentation berichtet, bezeichnet es als "hochvirtuoses erzählerisches Spiel, mit einem Künstlerschicksal als Thema".

Auch der Balance Buch + Medien Verlag, der sonst vor allem Ratgeber aus den Bereichen Psychologie und Lebenshilfe veröffentlicht, hat nun einen Comic herausgebracht: In Offene Arme geht es um Selbstverletzungen bei Jugendlichen. Die Autorin und Zeichnerin Melanie Gerland ist selbst eine Betroffene und erzählt autobiografisch von Teenagern, die sich an den Armen ritzen. Infos und Leseprobe gibt es unter melaniegerland.blogspot.com.

Der Schweizer Verlag Walde + Graf veröffentlicht wenige Wochen nach dem Tod von Harvey Pekar (American Splendor) dessen letztes vollendetes Comicwerk: The Beats erzählt die Geschichte der Beatliteratur und ihrer Autoren. Der Band besteht aus Kurzbiografien von berühmten (Ginsberg, Burroughs, Kerouac) und weniger berühmten Vertretern der Gattung, die von unterschiedlichen Zeichnern umgesetzt wurden, darunter Ed Piskor, Trina Robbins und Peter Kuper. Das Kapitel über William S. Burroughs kann man hier probelesen.

Der Knesebeck Verlag, der schon etwas länger auf dem Gebiet der Comics aktiv ist, bringt zwei Adaptionen von bekannten Werken der Weltliteratur: Zum einen Franz Kafkas Die Verwandlung, als Comic umgesetzt vom Franzosen Eric Corbeyran und dem britischen Illustrator Richard Horne (Leseprobe, Comicgate-Rezension).

Zum anderen erschien der erste Band einer Umsetzung von Marcel Prousts Mammutwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. An der Comicversion des französischen Zeichners Stephane Heuet, an der er seit 1998 arbeitet, scheiden sich die Geister: FAZ-Comic-Guru Andreas Platthaus schwärmt schon lange von Heuets Arbeit (z.B. in mehreren FAZ-Artikeln und in einem Beitrag in Comixene 85 von 2005), während der belgische Comicexperte Thierry Groensteen kein gutes Haar an dem Comic lässt (seine französischsprachigen Blogeinträge sind hier zu finden: Teil 1, Teil 2, Teil 3). Eine Leseprobe zu "Combray" findet man hier.

Und damit zurück zu den "klassischen" Comicverlagen, die aber teilweise auch neues Terrain betreten. So zum Beispiel Tokyopop, eigentlich spezialisiert auf Manga: Dort bringt man mit Lou! von Julien Neel eine Serie aus Frankreich, die sich (so wie auch viele Manga) an eine junge weibliche Zielgruppe richtet. Lou ist ein zwölfjähriges Mädchen, das mit seiner alleinerziehenden Mutter und einer Katze zusammenlebt und in kleinen, je eine Seite langen Episoden aus seinem Leben berichtet. Zum Auftakt bringt Tokypop gleich die ersten beiden Bände zusammen auf den Markt (Leseprobe).

Die deutsche Mangaka Anike Hage adaptierte für Tokyopop das berühmte Jugendbuch Die Wolke von Gudrun Pausewang und kommt damit genau richtig zum gerade wieder auflebenden gesellschaftlichen Protest gegen Atomenergie. Die Vorlage erschien 1987, kurz nach dem GAU von Tschernobyl, und erzählt anschaulich von einer fiktiven Atomkatastrophe in Deutschland. Eine Leseprobe der Adaption findet man hier.

Beim Verlag Schreiber & Leser erschienen zuletzt vier sehr unterschiedliche Einzelbände: Das Unterlabel Shodoku bringt mity Sky Hawk ein weiteres Werk von Manga-Großmeister Jiro Taniguchi, das überraschenderweise im wilden Westen spielt und von zwei Japanern handelt, die in den 1860er Jahren nach Amerika reisen und sich dort einem Indianerstamm anschließen (Leseprobe, Comicgate-Rezension).

Shutter Island ist ein Roman von Dennis Lehane, der nicht nur von Martin Scorsese verfilmt, sondern auch als Comic adaptiert wurde, und zwar vom Franzosen Christian De Metter. Es geht um zwei US-Marshals, die nach einer Frau fahnden, die aus einer Irrenanstalt entwischt ist, welche auf der titelgebenden Insel liegt (Leseprobe).

Shutter Island erscheint beim Krimi-Label "s&l noir", ebenso wie der spanische Comic Umsonst ist der Tod von Sagar Forniés und Sergi Álvarez, ein komplexer Krimi in Schwarz-Weiß (Leseprobe).

Aus Italien stammt die Graphic Novel Insel der Männer von Sara Colaone und Luca de Santis, die ein dunkles Kapitel in der jüngeren Geschichte Italiens beleuchtet. Auf der titelgebenden Insel wurden zwischen 1938 bis 1943 homosexuelle Männer von der Regierung Mussolini in einem Lager gefangen gehalten. Beispielseiten sind hier zu sehen.

Bei Edition Moderne gibt es nach Palästina eine weitere Comicreportage von Joe Sacco: Bosnien, im Original Safe Area Gorazde, entstand in den Jahren 1994/95, wurde im Jahr 2000 als Sammelband veröffentlicht und gewann 2001 den Eisner Award als "Best Original Graphic Novel". Sacco erzählt vom Bosnienkrieg, indem er Einzelpersonen (und auch sich selbst, den Reporter) beobachtet und aus ihrem Alltag berichtet. Beispielseiten gibt es hier.

Die Zombies haben bei Panini Comics mittlerweile eine eigene Programmschublade bekommen. Die aktuellsten Neuzugänge in dieser Schiene sind zum einen Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies! von Ian Edginton und Davide Fabbri, ein Comic, dessen Inhalt schon durch den Titel hinreichend beschrieben sein dürfte (US-Leseprobe).

Und nocheinmal hundert Jahre früher gab es wohl auch schon Untote in England: Das behauptet jedenfalls Autor Seth Grahame-Smith, der aus dem berühmten Roman Stolz und Vorurteil von Jane Austen ein Zombie-Mash-Up gemacht hat. Sein Roman Stolz und Vorurteil und Zombies war in den USA und England ein erfolgreicher Bestseller, so dass schnell die Rechte für Film-, Videospiel- und Comicadaptionen verkauft waren. Die Comicversion (von Tony Lee und Zeichner Cliff Richards) wurde als erste fertig und liegt nun auf Deutsch bei Panini vor. Probelesen kann man bei mycomics.

Bleiben wir noch kurz beim Grusel-Genre: House of Mystery heißt eine klassische DC-Serie, in der zwischen 1951 und 1983 regelmäßig (und später noch ein paarmal sporadisch) Horrorcomics erschienen. Vor zwei Jahren wurde die Reihe beim DC-Label Vertigo wiederbelebt, und zwar vom Fables-Autor Bill Willingham und seinem Co-Autor Matt Sturges. Die Besonderheit an der Serie: Es gibt eine fortlaufende Rahmenhandlung, die in dem titelgebenden Haus spielt. In diesem Haus werden regelmäßig Geschichten erzählt, und jeweils eine davon, umgesetzt von diversen Gastzeichnern, gibt es in jedem Einzelheft als Story-in-der-Story. Der erste Band "Zimmer ohne Ausweg" enthält die ersten fünf US-Ausgaben und kann bei mycomics probegelesen werden.

In Paninis DC-Ecke gab es einen Neustart der Serie Batgirl, denn nach dem Tod von Bruce Wayne gab es jede Menge Umwälzungen bei den Capeträgern von Gotham City. Im Batgirl-Kostüm steckt nun Stephanie Brown, ehemals "Spoiler".

Nebenan bei Marvel tritt Deadpool: Der Söldner mit der grossen Klappe auf den Plan, eine Figur, die seit etlichen Monaten in immer mehr Marvel-Serien auftaucht und bei den Fans recht beliebt zu sein scheint. Wer auf Superhelden mit flotten und humorigen Sprüchen steht, könnte hier richtig sein. Das erste US-Heft steht komplett auf mycomics.de zur Verfügung.

Anhänger der klassischen Image-Schule kommen in der neuen Serie Haunt auf ihre Kosten, für die sich Spawn-Erfinder und Image-Mitbegründer Todd McFarlane mit Autor Robert Kirkman zusammengetan hat, der inzwischen ebenfalls am Verlag beteiligt und mit The Walking Dead längst dessen größtes Zugpferd ist.Das Ergebnis der Kollaboration ist ein recht düsterer Superheldenstoff. Eine Kostprobe gibt's hier.

Wem der Sinn nach Comics zu Videospielen steht, wird von Panini mittlerweile auch üppig versorgt. Neu im Angebot sind Adaptionen von Mass Effect (Leseprobe bei mycomics) und von Dante's Inferno. In der Regel sind solche Adaptionen nicht sonderlich aufregend, letztere kann aber immerhin ein interessantes, ungewöhnliches Artwork aufweisen (siehe US-Preview bei ign.com)

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Für die Ehapa Comic Collection hat der Donaldist Jürgen Wollina seinen Stadtplan von Entenhausen noch um einen kompletten Reiseführer Entenhausen ergänzt. Wir haben das Buch hier besprochen.

Mit dem über 400 Seiten dicken Hardcoverband Die Ducks - Eine Familienchronik bringt Ehapa eine weitere Sammlung verschiedenster Donald-Duck-Geschichten, die sich alle um das Thema Familie und Verwandtschaft drehen, ergänzt mit redaktionellem Material. Highlight ist ein beigelegtes Poster mit dem Duck-Familienstammbaum, gezeichnet von Don Rosa.

Der Band Asterix im Museum ist die deutsche Übersetzung eines Ausstellungskatalogs, der eine große Asterix-Schau dokumentiert, die im letzten Herst im Pariser Musée Cluny stattfand. Infos und Bilder zu dieser Ausstellung gibt's hier.

Nachdem Ehapa seine frankobelgischen Comics zuletzt fast immer als "All-in-One" Sammelband veröffentlicht hat, erscheint die Steampunkserie Die Korsaren der Alkibiades von Denis-Pierre Filippi und Éric Liberge im klassischen Albenformat. Den ersten Band haben wir hier bereits besprochen.

Neue frankobelgische Albenserien in der ZACK Edition: Black Crow ist eine Seefahrer-Geschichte aus der Besiedlungszeit Amerikas von Jean-Yves Delitte. Damocles von Alain Henriet und Joel Callède ist eine Agentenserie mit allen klassischen Genre-Zutaten. Und Der Samaritaner von Fred Le Berre und Michel Rouge ist ein Krimi, der in Judäa zur Zeit Jesu Christi spielt.

Bei Bunte Dimensionen startet die Reihe Al'Togo vom Team Jean-David Morvan und Sylvain Savoia (Nomad). Ein Thriller, der in Frankreich 2003 erschien und im Jahr 2010 spielt. Ein schwedischer Minister tötet seine Exfrau und entführt seine Kinder und wird daraufhin von einer gesamteuropäischen Polizeieinheit gejagt. Hier eine Leseprobe.

Wie üblich bietet auch der Splitter Verlag viel neuen Stoff aus Frankreich: Die Herberge am Ende der Welt von Tiburce Oger und Patrick Prugne wurde komplett als Sammelband im Buchformat veröffentlicht. Die mystische Fantasygeschichte (Leseprobe) wurde hier von uns besprochen.

Eine Gruppe von jungen Patienten steht im Mittelpunkt von Die Bruderschaft der Krabbe von Mathieu Gallié und Jean-Baptiste Andreae. Im Laufe des ersten Bandes stellen die Jungen fest, dass sie sich nicht in einer Klinik befinden, sondern in einer düsteren Burg, in der es von unheimliche Gestalten wimmelt (Leseprobe, Comicgate-Rezension).

Ebenfalls bei Splitter startete die Serie Die Vier von der Baker Street von Jean-Blaise Djian, Olivier Legrand und David Etien, in der eine muntere Jungstruppe im viktorianischen London diverse Kriminalfälle löst. Als Nebenfigur taucht das große Vorbild Sherlock Holmes auf, der die Jungen für seine Fälle als Helferlein einsetzt.

Bei Salleck Publications erschien mit dem ersten Band von Waldi Wichtig und die Naseweise von Jouannigot ein Comic, der sich eher an jüngere Leser wendet. Dessen Held ist ein Junge, der über einen Geheimgang eine Welt der sprechenden Tiere entdeckt - ein klassischer Kinderbuch-Stoff, wie man ihn zum Beispiel aus Alice im Wunderland kennt.

A propos: Auch von Alice im Wunderland gibt es (mal wieder) eine neue Adaption - diesmal als komplett farbiger Manga bei Tokyopop (Leseprobe).

Dort startete auch die neue Fantasyserie Letter Bee von Hiroyuki Asada, die ganz interessant aussieht. Sie spielt in einer dunklen Welt, die von Insekten beherrscht wird. Menschen können nur reisen, indem ihr Herz von den Postboten namens Letter Bees transportiert wird. Hier kann man reinlesen.

Ein weiterer Fantasy-Manga ist Guin Saga, basierend auf einer japanischen Romanserie, die es auf fast 130 Bände (!) gebracht hat, ehe die Autorin verstarb. Die Mangaadaption, die bei Planet Manga erscheint, gibt sich aber bereits mit 6 Bänden zufrieden.

Und damit wären wir schließlich bei Neuauflagen und Wiederveröffentlichungen angelangt, die in den letzten zwei Monaten auf den Markt kamen: Carlsen legt endlich die lange vergriffene Serie Nausicaä aus dem Tal der Winde wieder auf, geschaffen von Anime-Großmeister Hayao Myazaki, der aus dem Stoff später auch einen Zeichentrickfilm gemacht hat. Die beiden ersten von insgesamt sieben Bänden sind bereits erschienen.

Mit seinen Schweinevogel-Comics war der Leipziger Zeichner Schwarwel vor allem zu Zeiten des Heftchen-Booms in den spätern 90ern erfolgreich. Dieser ist längst Geschichte, doch Schweinevogel existiert nach wie vor. Nun bringt der Holzhof-Verlag einen dicken Sammelband namens Schweinevogel: Total-O-Rama heraus, der auf über 600 Seiten das komplette Schwarwel-Œuvre der Jahre 1987 bis 2007 versammelt. In Sachen Leseprobe ist das schonmal der Comic des Jahres: Hier kann man alle 616 Seiten vorab ansehen (allerdings nur in Briefmarkengröße).

Bei Cross Cult erscheint ein weiterer Comic von Peter Wiechmann: Dietrich von Bern, eine Adaption der deutschen Heldensage, erschien in den frühen 80er Jahren in den Fix-und-Foxi-Taschenbüchern und bekommt nun eine edle Gesamtausgabe.

Noch klassischer geht es beim Bocola Verlag zu: Dort wird eine Auswahl von Winsor McCays Little Sammy Sneeze-Zeitungsstrips aus den Jahren 1904 bis 1907 neu aufgelegt, in denen es um einen Jungen geht, der stets im unpassendsten Moment niesen muss. Hier eine Probeseite.

Anlässlich der Verfilmung von Luc Besson bringt die Edition Moderne eine Neuauflage von Jacques Tardis Adeles ungewöhnliche Abenteuer heraus. Die ersten beiden Alben erscheinen zusammen in einem Doppelband - ob diese Edition danach weitergeführt wird, ist mir nicht bekannt.

Mit dem Band Planet Kratochvil macht Edition Moderne die vergriffenen Kratochvil-Comics von Nicolas Mahler wieder verfügbar, die von der Odyssee eines einfachen Angestellten erzählen, der sich plötzlich in einer völlig fremden und sehr einsamen Umgebung befindet.

Beim Epsilon Verlag schließlich ist eine Gesamtausgabe von Leos Science-Fiction-Serie Aldebaran erschienen, die alle fünf Alben in einem dicken Band versammelt. mycomics hat eine Leseprobe. Im Jahr 2005 wurde die komplette Reihe bereits bei Comicgate besprochen, schon damals wurde der nun vorliegende Sammelband angekündigt: Zu diesem Zeitpunkt war die Veröffentlichung noch für Dezember 2005 geplant. Gut Ding will halt manchmal Weile haben ...

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posted by Thomas um 09:34 | Permalink


31.08.2010

Frisch aus der Druckerei, 4/10
(Comic-Neuheiten im Juli)

Die Druckfrisch-Kolumne lebt noch! Leider mussten die Novitäten-Vorstellungen für März bis Juni ausfallen (Printmagazin-Deadlines, Comic-Salon, Fußball-WM, berufliche Verpflichtungen, Urlaub). Nun wollen wir's wieder angehen und hoffen, in den nächsten Monaten wieder regelmäßig die interessantesten Comic-Neuerscheinungen vorstellen zu können. Der Hochsommermonat Juli war ein eher unspektakulärer Monat, die ganz großen Neuerscheinungen waren eher rar gesät. Hier die interessantesten Neuheiten, wobei wir uns wie üblich auf Serien-Neustarts oder Einzelbände konzentrieren.

HIGHLIGHT DES MONATS: Ralf König, vermutlich Deutschlands bekanntester Comiczeichner, feierte kürzlich seinen 50. Geburtstag und wird zur Zeit in Berlin mit einer großen Ausstellung geehrt. Einer von Königs Hausverlagen, der Männerschwarm Verlag, schenkt König zum Geburtstag eine wissenschaftliche Arbeit über Die Welt der Knollennasen. Darin wird das Universum von Königs Knollennasenfiguren, die sog. Knollennasenmatrix ("Knollmax") umfassend erforscht. Verfasst ist diese "sozio-rhinologische Untersuchung" von einem gewissen Xaver Rammbock, der selbst der Knollmax entstammt. Eine Leseprobe findet man hier, und in einem FAZ-Artikel von Andreas Platthaus kann man nachlesen, wer sich hinter Xaver Rammbock verbirgt, und was diese Forschungsarbeit mit dem Donaldismus zu tun hat.

Der kommerziell sicher erfolgreichste Comic des Monats (wenn nicht sogar des Jahres) erschien im Juli bei Carlsen: Das auf allen medialen Kanälen erfolgreichen Teenie-Phänomen Twilight hat eine Adaption im Mangastil, gezeichnet von der Koreanerin Young Kim, erhalten. Da Carlsen in Deutschland ohnehin die verlegerische Heimat von Stephenie Meyers romantischen Vampirromanen ist, greift die Verwertungskette hier wunderbar. Der erste Band, Biss zum Morgengrauen, bekam bei Erscheinen in den USA viel Kritik vor allem für das Lettering und die fragwürdige Platzierung der Sprechblasen, aber einen echten Bella-und-Edward-Fan dürfte das wohl kaum stören.

Schwarzer Klecks, das Sublabel von Kult Editionen für Comicstoffe aus Italien, betritt erstmals die Regionen des (Semi-) Funny-Comic: Die neue Serie Leo Pulp deutet schon im Titel an, wo es langgeht: Die Hauptfigur ist ein klassischer Hard-Boiled-Detektiv mit Trenchcoat, Zigarette und allem was dazugehört. Autor Claudio Nizzi (Tex) und Zeichner Massimo Bonfatti gehen das Thema von der parodistischen Seite an, nennen eine Nebenfigur "Nick Tracy" und lassen ihren Helden in Hollywood auf Schauspieldiven und Filmstars treffen.In Italien gibt es bislang drei Bände, der erste deutschsprachige heißt Das Verschwinden von Amanda Cross und kann hier probegelesen werden.

Ein satirischer Comic aus Frankreich erschien beim Eichborn Verlag: Bin Laden enthüllt spielt im Jahr 2016, Osama Bin Laden wurde endlich festgenommen und enthüllt bei seinem Verhör die Hintergründe seines terroristischen "Lebenswerks". Angesichts von Morddrohungen und Attentatsversuchen gegen Karikaturisten kann man das Projekt von Mohamed Sifaoui und Zeichner Philippe Bercovici durchaus als mutig bezeichnen. Ihr Comic beruht überwiegend auf historischen und biographischen Fakten, wenn man mal von Aspekten wie Bin Ladens unstillbarer Sexsucht absieht. Ein Paar Panels aus dem Buch sind hier zu sehen.

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Das große Revival der Zombies ist nach wie vor in vollem Gange. Mitverantwortlich für die Wiederkehr der Untoten in alle Bereiche der Popkultur ist unter anderem Max Brooks, der 2003 seinen Zombie Survival Guide auf den Markt brachte und später den Roman World War Z schrieb, der auch verfilmt werden soll. Im letzten Kapitel des Zombie Survival Guide gibt es eine Chronologie der historischen Zombieattacken der Menschheitsgeschichte - diese "Recorded Attacks" wurden von Brooks im letzten Jahr zu einem Comic adaptiert (gezeichnet vom Brasilianer Ibraim Roberson). Der ist nun auf Deutsch bei Panini unter dem Titel Der Zombie Survival Guide: Dokumentierte Angriffe zu haben. (US-Leseprobe)

Im Juni war es endlich geschafft: Panini hatte den zehnten Teil der Sandman-Sammelbände veröffentlicht, womit Neil Gaimans Comic-Meilenstein endlich erstmals komplett auf Deutsch vorliegt. Ergänzt wird die Reihe nun noch mit einem Death-Sammelband, der zwei dreiteilige Miniserien von Gaiman (plus ein paar Bonus-Kurzgeschichten) enthält, die sich alle um die Sandman-Nebenfigur Death drehen, eine der sechs Geschwister der Hauptfigur Morpheus alias Dream. Eine 21 Seiten lange Leseprobe ist auf mycomics verfügbar.

Die Marvel-Serie Captain America sorgte vor gut drei Jahren für Aufsehen, als ihre Hauptfigur getötet wurde. Dass Steve Rogers als Träger von Banner und Schild irgendwann wieder zurückkehren würde, war damals eigentlich schon klar, so ist das nun mal im Superheldenland. Marvel inszenierte diese Rückkehr im letzten Sommer mit der Miniserie Captain America: Reborn von Autor Ed Brubaker, der der Serie auch in der Steve-Rogers-losen Zeit treu geblieben war. Nun gibt es bei Panini einen deutschen Sammelband von Reborn, dessen Prolog man bei mycomics lesen kann.

Das Ultimate-Universum von Marvel Comics, geschaffen zu dem Zweck, Superhelden ohne die Last von jahrzehntelanger Continuity zu erzählen, hat inzwischen auch schon 10 Jahre auf dem Buckel und schleppt mittlerweile selbst eine recht lange Geschichte mit sich herum. Als Frischzellenkur startete der Verlag vor einem Jahr sämtliche Ultimate-Titel neu, nachdem man im Crossover Ultimatum das ganze Universum ordentlich durchgeschüttelt hatte. Aus Ultimate Spider-Man, der langlebigsten Serie des Imprints, wurde Ultimate Comics: Spider-Man, nach wie vor geschrieben von Brian Michael Bendis. Bei Panini nutzt man diesen Sprung ebenfalls für einen Formatwechsel: Kam bisher Der Ultimative Spider-Man als Heftserie auf den Markt, bringt man nun auch diese Serie (wie die meisten anderen) direkt im Sammelband-Format und gönnt sich noch eine dezente Umbenennung. Nun heißt die Serie in Deutschland so, wie sie in den USA früher hieß, aber inzwischen nicht mehr heißt: Ultimate Spider-Man. Die ersten Seiten auf Englisch gibt's hier.

Wenn Hollywood einen neuen Blockbuster in die Kinos schickt, wird dies inzwischen gerne mit Comics begleitet, die dann die Vorgeschichte erzählen, einen Brückenschlag zwischen Teil 2 und 3 versuchen, oder (im langweiligsten Fall) den Filmplot nochmal nacherzählen. Das gilt auch für Predators, die Neubelebung der Action-SF-Filmreihe, die kürzlich ins Kino kam. Das entsprechende Prequel in Comicform erschien bei Cross Cult. Hier eine Leseprobe, dort unsere Besprechung.

Das gleiche Prinzip funktioniert auch beim Fantasyfilm Die Legende von Aang - der basiert auf der Zeichentrickserie Avatar - The Last Airbender und hat damit schon eine gewisse Nähe zum Comic bzw. Manga. Bei EMA liegen gleich zwei Bände zum Film vor: Neben der Filmadaption in Mangaform gibt es auch die Vorgeschichte unter dem Titel Die Legende von Aang Prequel: Zuko’s Story.

Der Splitter-Verlag ist mittlerweile bei einem beachtlichen Output von 8 Alben pro Monat angelangt. Dabei vergeht kein Monat ohne Serien-Neustart. Im Juli waren dies Maries Drachen, ein Fantasy-Mittelalter-Mix vom erfolgreichen Autorenduo Ange (Leseprobe) und eine neue Serie des Berufsprovokateurs Alexandro Jodorowsky, der mit Der schreckliche Papst an seinen Historiencomic Borgia anknüpft. Eine Kostprobe gibt es hier, unsere Besprechung ist hier zu finden.

Die Leser des ZACK-Magazins stimmen regelmäßig über die Serien ab, die in der Zeitschrift abgedruckt werden. Als beliebtester Comic 2009 ging dabei Es war einmal in Frankreich von Fabien Nury und Sylvain Vallée hervor. Nun erscheint die Reihe bei der ZACK-Edition auch im Albenformat. Die Story basiert auf der Lebensgeschichte von Joseph Joanovici, einem Juden, der es zur Zeit der deutschen Besatzung mit legalen und illegalen Geschäften zum reichsten Mann Frankreichs gebracht haben soll. Wer ein bisschen Französisch versteht, sollte sich die Website zum Comic ansehen, die Vorschauseiten, Videotrailer und Zusatzinfos enthält.

Bei Salleck Publications gibt es ein Einzelalbum, das zwar von einem amerikanischen Künstler stammt, aber im Original in Frankreich erschienen ist. First Moon von Joe Wight erzählt semi-dokumentarisch die Geschichte der drei Astronauten von Apollo 11, die mit der Mondlandung 1969 unsterblich wurden. Hier eine französische Leseprobe.

Die Albenreihe Gildwin (ebenfalls bei Salleck) ist die neue Serie von Philippe Luguy (Tassilo) und erzählt eine klassische Fantasy-Quest-Geschichte mit einem jugendlichen Helden.

Aus der Reihe erfreuliche Neuauflagen: Modern Tales druckt die ersten beiden Bände seiner Courtney Crumrin-Reihe nach. Diese waren ursprünglich nur als Paperback erschienen - ab Band 3 stieg der Verlag dann auf Hardcover-Ausgaben um. Durch die Neuauflage liegt nun die gesamte Reihe im einheitlichen Format vor. Hier unsere Rezension der Erstauflage von Band 2 aus dem Jahr 2006.

In der Reihe Spirou und Fantasio Spezial legt Carlsen mit Spirou und der Roboter mehrere frühe Spirou-Geschichten aus der Feder von Franquin neu auf, ergänzt mit Bonusmaterial und mit neuer Farbgebung.

Klassiker-Freunde werden sich auch über zwei neue Gesamtausgaben freuen: Die ZACK-Edition brachte einen limitierten Schuber mit allen Freddy Lombard-Geschichten von Yves Chaland heraus. Auf der Website Top 100 Comics stellt Martin Budde die Serie vor.

Und Kult Editionen startete eine 18-teilige Komplettausgabe von Andy Morgan, der Abenteuerserie von Greg und Hermann aus den 60er und 70er Jahren. Der Verlag stellt das Projekt in einem kleinen Special vor.

Soviel zum Monat Juli, und nachdem der August heute auch schon zuende geht, wird die nächste Folge dieser kleinen Reihe hoffentlich sehr bald erscheinen.

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posted by Thomas um 20:31 | Permalink


15.07.2010

Mandi vs Andi: Duell der Aufklärungscomics
(Antifa-Comic gegen Verfassungsschutz-Comic)

Zur Fußball-WM 2010 wehten wieder die Deutschlandflaggen, wurden Gesichter und andere Körperteile neckisch in Schwarz-Rot-Gold verziert und Autoseitenspiegel mit patriotischen Stulpen in Landesfarbe versehen.

Eine Marburger Antifa-Gruppe, welcher der fußballbedingte Nationalstolz einen Schritt zu weit ging, nahm dies zum Anlass, mit einem Aufklärungscomic namens Mandi kritisch den biergetränkten Party-Patriotismus zu hinterfragen und sich im Rundumschlag gleich allgemein mit Nationalismus und der Geschlechterfrage im Fußball auseinanderzusetzen. Bereits der Titel, der gleichzeitig Name der Kette rauchenden Hauptprotagonistin ist, macht aber klar, dass es den Machern auch um etwas anderes, nämlich die Abrechnung mit dem vom Innenministerium NRW herausgegebenen Polit-Comic Andi geht. In der dritten Ausgabe der von Peter Schaaff (Dämonika) gezeichneten Aufklärungsreihe, die hauptsächlich in Schulen zum Einsatz kommt, hatten sich die Verfassungsschützer nämlich Linksautonome vorgeknöpft (Heft 1 drehte sich um Rechtsextremismus, Heft 2 um Islamisten), was zu lautstarken Vorwürfen aus der linken Szene führte, dass man hier auf platte und unfaire Weise links und rechts gleich setzen würde. Außerdem, so betonen auch die Macher von Mandi, sei es doch etwas merkwürdig, dass der Verfassungsschutz entgegen seiner eigentlichen Aufgabe auf einmal politische Bildungsarbeit betreibe.

Die in einer 13.000er-Auflage gedruckte und laut Begleit-Blog bereits erfolgreich verteilte weibliche Comicantwort auf Andi ist von der Aufmachung her gezielt dem Kontrahenten nachempfunden und vereint wie dieser eine beinahe schmerzhaft simple Geschichte (Mandi, die aus unerfindlichen Gründen einen hässlichen Biber mit sich rumschleppt, und ihre Freunde werden bei der WM mit Deutschtümelei, Fremden- und Frauenhass konfrontiert), ergänzt um Texte, in denen das Thema Nationalismus noch einmal aus Sicht der Macher beleuchtet wird. Die Zeichnungen sind ebenfalls an den Stil der Andi-Comics angelehnt, aber so einfach gehalten, dass "Underground" eine viel zu freundliche Beschreibung wäre. Das inhaltliche Niveau gleicht dabei nahezu dem der attackierten Veröffentlichungen und damit verschenken die Macher von Mandi die Chance, es besser und geistreicher zu machen, wie auch Lukas Dubro in der taz bemerkt: "Statt eine böse Satire auf die verschwiemelte Hofmalerei aus Nordrhein-Westfalen abzuliefern, begnügen sich die AutorInnen damit, eins zu eins die plumpe und humorlose Rhetorik der Verfassungschützer zu kopieren." Ein eigenes Urteil kann man sich mit der Onlineversion des Mandi-Comics bilden.

Für weitere derartige Projekte sollten sich die hessischen Antifas neben einer inhaltlichen Qualitätssteigerung vor allem nach einem talentierteren Zeichner umschauen. Politisch linke und für lau schaffende Comickünstler gibt es doch eigentlich mehr als genug …

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posted by Andi um 10:04 | Permalink


03.06.2010

Die Juroren der Juroren
(Nominierungen zum Max-und-Moritz-Preis 2010)

Alle zwei Jahre wird auf dem Comic-Salon Erlangen der Max-und-Moritz-Preis vergeben, der - was mediale Präsenz und Renommée angeht - wohl wichtigste Preis für Comics im deutschsprachigen Raum. Verliehen werden die Preise in insgesamt neun Kategorien am Freitagabend im Markgrafentheater. In zwei Kategorien stehen die Preisträger bereits fest: Der französische Autor Pierre Christin bekommt den "Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk", nicht zuletzt für seine Science-Fiction-Serie Valerian und Veronique, die in diesem Jahr nach 21 Bänden abgeschlossen wurde und inzwischen echten Klassikerstatus hat. Den "Spezialpreis der Jury" bekommen zwei Verlage für ihre Editionen von Will-Eisner-Comics: Salleck Publications (Die Spirit Archive) und Carlsen (Ein Vertrag mit Gott).

Bei zwei anderen Kategorien ist hingegen noch nichts bekannt: Wer als „Bester deutschsprachiger Comic-Künstler“ und „Beste studentische Comic-Publikation“ ausgezeichnet wird, erfährt man erst am Abend der Preisverleihung.

Bleiben vier weitere Kategorien, für die es eine Liste von nominierten Comics gibt: „Bester Comic-Strip“, „Bester deutschsprachiger Comic“, „Bester internationaler Comic“ und „Bester Comic für Kinder". Anders als bisher gibt es hier nicht für jede Kategorie eine eigene Nominierungsliste; stattdessen erstellte die Jury eine Gesamtliste von 20 Titeln, aus denen die vier Preisträger ausgewählt werden. Da diese Liste einige Comics enthält, die durchaus in zwei (oder gar drei?) Kategorien passen würden, ist das möglicherweise eine gute Idee. Ähnlich hält es seit einiger Zeit die Jury von Angoulême, wo im Vorfeld eine (allerdings wesentlich umfangreichere) Liste von preiswürdigen Comics erstellt wird, aus der dann die endgültigen Preisträger ermittelt werden.

Eine solche "Shortlist" kann - gerade für Leser, Buchhändler, Bibliothekare und Journalisten, die sich nicht Tag für Tag nur mit Comics beschäftigen - eine gute Hilfe sein, um in der Vielzahl der Neuerscheinungen halbwegs den Überblick zu behalten und die eine oder andere hochwertige Nadel im Heuhaufen zu finden. Dazu sollte sie allerdings in der Lage sein, einen Eindruck von der stilistischen und inhaltlichen Bandbreite zu vermitteln, die Comics heute zu bieten haben. Im Gegensatz zu den über 50 Titeln von Angoulême (für den Zeitraum von einem Jahr) schafft die 20er-Liste des Max-und-Moritz-Preises, die zwei Jahre abdecken muss, das nicht. 20 Comics aus 24 Monaten sind eine sehr sehr enge Auswahl, bei der zwangsläufig eine Menge hervorragender Titel unter den Tisch fallen müssen. Und da die Jury bei der Auswahl dieser 20 Titel kein rundherum glückliches Händchen bewiesen hat, melden sich kritische Stimmen zu Wort, am auffälligsten im Comicforum, wo der Preis und die Nominierungen teilweise heftig kritisiert werden.

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Aufhänger für diese Diskussion ist vor allem der neu eingeführte Publikumspreis. Zusätzlich zu den bereits genannten Jurypreisen wird in Erlangen auch ein Preis vergeben, über den die "normalen Leser" per Stimmzettel oder online abstimmen sollen. Wählen können sie dabei aus eben jener 20er-Liste, andere Titel stehen nicht zur Wahl. Die Debatte im Forum dreht sich nun vor allem um die Streitfrage, ob eine so enge Auswahl für einen Publikumspreis sinnvoll ist oder nicht. Eine eher fruchtlose Diskussion, bei der jene am lautesten schreien, die selbst gerne nominiert wären und nun eine Verschwörung wittern. Dass ein Publikum im Rahmen eines Festivals die gleiche Auswahl hat wie eine Fachjury, ist im Kulturbereich nicht ungewöhnlich, man denke etwa an den Ingeborg-Bachmann-Preis oder diverse Filmfestivals. Auf diese Weise lässt sich das Votum einer Mehrheit mit dem der Jury gut vergleichen.

Wesentlich interessanter als die Frage, ob die 20er-Liste als Publikumspreis-Basis geeignet ist, ist die Diskussion, ob diese 20 Comics wirklich dem aktuellen Status von Comics in Deutschland gerecht werden. Der Hauptvorwurf an die Jury lautet, die Nominiertenliste sei zu elitär und zu einseitig.

Der Vorwurf der Einseitigkeit beruht vor allem auf der Tatsache, dass der Carlsen-Verlag mit acht von 20 Nominierungen überproportional vertreten ist und auch beim Sonderpreis und beim Lebenswerk-Preis zum Zug kommt. Hier eine üble Verschwörung mit Schmiergeldern und vom Verlag bezahlten Bordell-Flatrates zu vermuten, wäre kindisch. Als neutraler Beobachter muss man anerkennen, dass derzeit kaum ein anderer Verlag eine so breite und vielfältige Palette von hochwertigen Comics unterschiedlichster Herkunft anbietet. Zudem gehört der Verlag zu den treibenden Kräften der "Graphic-Novel"-Offensive, deren Erfolg ganz deutlich in der Liste zu erkennen ist: Nahezu alle nominierten Titel (mit Ausnahme der Strips) lassen sich dieser Gruppe zuordnen. Und man muss zweifellos anerkennen, dass der Boom der Graphic Novels in den letzten Jahren zu einer Vielzahl von preiswürdigen Comics geführt hat. Allerdings erstaunt das deutliche Übergewicht von Carlsen-Titeln auf der Liste, zumal viele andere Verlage gar nicht vorkommen.

Der Vorwurf, die Jury hätte nur intellektuell höchst anspruchsvolle "Feuilleton-Comics" berücksichtigt, ist nicht ganz fair. Werke wie Uli Oesterles Hector Umbra oder Ralf Königs Archetyp sind sicher auch für Menschen ohne Doktortitel genießbar, und das gilt auch für andere Titel auf der Liste.

Trotzdem sind einige Entscheidungen der Jury fragwürdig:
Warum nominiert man mit Jens Harders Alpha einen Band, der zum Zeitpunkt der Bekanntgabe noch gar nicht auf Deutsch erschienen ist, dafür aber sehr prominent in Erlangen präsentiert wird (u.a. mit dem großen "Titelbild" über dem Haupteingang)?
Warum landet der Comicstrip Liō auf der Liste, den hierzulande kaum einer kennt (erscheint er überhaupt in einer deutschen Zeitung)? Warum ist die Jurybegründung für diesen Strip so täuschend ähnlich zum offiziellen Promo-Text der Firma Bulls Press, die den Max-und-Moritz-Preis finanziert?
Warum sind unter den drei Manga auf der Liste ein 40 Jahre alter Thriller (Kirihito von Tezuka) und ein Franchise-Produkt, dass auf einer etablierten Mädchenbuchreihe basiert (Freche Mädchen - Freche Manga)? Spiegelt das den aktuellen Stand des hiesigen Mangamarktes wieder?
Und warum gibt es nicht einen einzigen US-amerikanischen Titel auf der Liste?

Es ist sicher müßig, einzelne Titel aufzuzählen, die auf der Liste fehlen. Keiner der 20 Comics wurde völlig zu Unrecht nominiert. Es hätten sich aber viele Fragen und Vorwürfe vermeiden lassen, wenn man die Auswahl nicht auf die extrem kleine Zahl von 20 beschränkt hätte. Das inhaltliche Spektrum wäre größer, es wären mehr als nur acht Verlage zum Zug gekommen und auch die leichtere (und trotzdem intelligente!) Unterhaltung wäre stärker berücksichtigt worden.

Schade übrigens, dass sich in der Forendiskussion bislang kein Mitglied der Jury gemeldet hat. Ein paar Hintergrundinfos zum Entscheidungsprozess und vielleicht auch zur Frage, unter welchen Voraussetzungen ein Comic nominiert werden kann (müssen alle Titel offiziell eingereicht werden?) wäre in dieser teilweise emotional geführten Debatte bestimmt ganz hilfreich.

Wer letztendlich die Brote und Medaillen (bzw. in zwei Kategorien das Preisgeld) mit nach Hause nehmen wird, werden wir morgen wissen, wenn die feierliche Gala vorbei ist. Dass es durchaus gelingen könnte, kulturellen Anspruch und Mainstream-Unterhaltung zu verbinden, zeigt die Auswahl des Moderatorenpaars: Neben Druckfrisch-Moderator (und Jurymitglied) Denis Scheck führt diesmal Hella von Sinnen, die Ulknudel aus dem Privatfernsehen, durch den Abend.

Bei satt.org hat sich Felix Giesa ähnliche Gedanken zum Thema gemacht.

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posted by Thomas um 17:59 | Permalink


30.05.2010

Eine Ode an die Onomatopoesie
(Joann Sfars Film Gainsbourg)

Die Onomatopoesie, besser bekannt als Lautmalerei, oder noch besser bekannt als POW, BANG und ZACK, ist essentieller Bestandteil von fast jedem Comic. Während diese soundwords für viele Überschriften von Comicartikeln missbraucht werden, bleibt eine entsprechende Würdigung viel zu oft aus.

Abhilfe haben vor über 40 Jahren bereits Serge Gainsbourg und Brigitte Bardot mit ihrem verspielten Song "Comic Strip" auf dem gleichnamigen Album geschaffen. Während der Chansonnier in seinem gewohnt lässigem Französisch über die Tasten haucht, wirft die Schauspielerin in Barbarella-Kostümierung ihre POPs und WHIZZs ein.

Auf meinem Flug mit Air France hatte ich das Glück Joann Sfars Film Gainsbourg zu sehen und bin noch mal in den Genuss des Songs gekommen. Diesmal intoniert von den Schauspielern Eric Elmsnino und Laetita Casta. In ihrer Version von "Comic Strip" sitzt der Sänger nach einer gemeinsamen Liebesnacht mit einer brennenden Gitanes im Mund am Klavier, während die Schauspielerin nur mit einem dünnen Bettlaken bekleidet jedem POW, SPLASH und BANG durch ihren erotischen Tanz eine ganze eigene Note gibt. Da macht es richtig Freude jedem einzelnen BLOB zu zuhören und -sehen.

Leider läuft der Film bei uns erst im August an. Doch das Warten lohnt sich alle mal, da Sfars Bildersprache hinter der eines Michel Gondry (The Science of Sleep) in nichts nachsteht. Er lässt alle Fragen der Authentizität und Ähnlichkeit hinter sich und erzählt von Gainsbourgs ausschweifendem Leben. Auch seine Arbeit als Comiczeichner findet sich im Film wieder: Sowohl Sfars eigene Zeichnungen, die Gainsbourgs frühe kreative Begeisterung für Zeichnen einfangen sollen, als auch die überdimensionalen Pappmachefiguren, die Serges Kopfgeburten und Alter Egos verkörpern und den Künstler beim Duett am Klavier begleiten, stammen ganz klar aus Sfars Feder.

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posted by Daniel Wüllner um 16:32 | Permalink


28.04.2010

Kleiner Umzug
(Neuer Server für Welt am Draht)

Das Comicgate-Blog hat eine neue Adresse: Ab sofort ist es unter http://weltamdraht.comicgate.de/ zu finden. Ihr werdet in 30 Sekunden automatisch weitergeleitet oder könnt direkt hier klicken.

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posted by Thomas um 16:34 | Permalink


02.04.2010

Comicgate zum Hören
(Zu Gast im Zettgeist-Podcast)

Sascha Thau, Gastgeber unseres Lieblingspodcasts Zettgeist, hat uns mal wieder ans Mikrofon gebeten. Frauke und Thomas sind zu Gast in Episode #117. Thematisch geht es zunächst allgemein um das Thema Rezensionen: Wie sollten gute Rezensionen aussehen, worauf kommt es an? Dabei geht es nicht um allgemeingültige Regeln, sondern um unsere subjektive Sicht. Subjektiv bleibt es auch im Anschluss, wenn wir über dem Comic Sonnenfinsternis von Fane und Jim (Splitter-Verlag) plaudern.
Den Podcast kann man unter dem folgenden Link downloaden oder direkt per Klick auf den "Play"-Button abspielen:
MP3, 42 Minuten
Für die volle Packung Zettgeist (jeden Donnerstag eine neue Folge) am besten den RSS-Feed abonnieren!

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posted by Thomas um 14:59 | Permalink


19.03.2010

Frisch aus der Druckerei, 3/10
(Comic-Neuheiten im Februar)

HIGHLIGHT DES MONATS: Der Eichborn Verlag, vor etlichen Jahren schon mit Walter Moers, Haimo Kinzler und anderen in Sachen Comics aktiv, steigt nach einigen Jahren Pause wieder ein. Diesmal nicht mit einheimischen Gewächsen, sondern lizensierten Graphic Novels aus den USA. Den Anfang macht eine Romanadaption: Tim Hamilton, Mitglied des sehr agilen Onlinecomic-Kollektivs Act-i-vate, hat Ray Bradburys SF-Klassiker Fahrenheit 451 adaptiert. Eine winzige Kostprobe findet man hier, alles weitere dazu in unserer Zwiegesprächs-Rezension von Daniel und Marco, die in Kürze online gehen wird.

Ein anderer Verlag, der sich langsam aber sicher das Themenfeld Comic erschließt, ist der Münchner Knesebeck Verlag. Von dort kamen im März gleich drei, inhaltlich völlig verschiedene, Comicbücher:
Und wir träumten von der Zukunft von Brian Fies ist eine Mischung aus Comicroman und Sachcomic und handelt von den optimistischen Aufbruchjahren der amerikanischen Gesellschaft, die mit Atomkraft, Weltraumfahrt und Computertechnik eine bessere "Welt von Morgen" erschaffen wollte. Was jedoch, wie man heute weiß, nicht allzu gut geklappt hat. So fragt denn auch der Originaltitel: Whatever Happened To The World Of Tomorrow? Eine ausführliche Leseprobe (über 50 Seiten!) gibt es bei book2look.

Außerdem bringt Knesebeck eine Neuausgabe der Simpsons Futurama Crossover Krise, die vor Jahren schonmal bei Dino in Heftform erschienen ist. Der edle Schuber enthält neben einer Hardcoverausgabe mit reichlich Bonusmaterial auch noch einen Nachdruck des ersten Simpsons Comics-Hefts von 1993.

Und drittens bringt der Verlag die deutsche Ausgabe eines reich bebilderten Sekundärbandes von Tim Pilcher, der sich mit dem Thema Erotische Comics befasst. Siehe dazu unsere Rezension von Daniel Wüllner.

Bei Reprodukt gab es im Februar ein völlig neues Gesicht und einen alten Bekannten. Letzterer ist Nicolas Mahler, der mit Pornographie und Selbstmord den dritten Band seiner autobiographisch angehauchten Episodencomics vorlegt, die auch regelmäßig in der Titanic erscheinen. Hier kann man das Lesen proben.

Das neue Gesicht heißt Tommi Musturi und kommt aus Finnland. Sein Comic Unterwegs mit Samuel ist ein knallbunter, aufregender Mix aus Psychedelik, Niedlichkeit und Avantgardecomic. Kostproben davon stehen hier.

Claire Lenkova, die zuletzt mit dem Comic Grenzgebiete von einer Kindheit in der DDR erzählte, hat nun eine Sammlung ihrer Kurzcomics auf eigene Faust verlegt. "Verlag am Kanal" nennt sie ihren Selbstverlag, in dem das Buch Der Toupetmann und andere erschienen ist. Probeseiten sind hier zu sehen, das Buch lässt sich direkt bei der Künstlerin via E-Mail bestellen.

Ebenfalls auf eigene Faust, aber inhaltlich völlig anders, versucht es der hessische Zeichner Thorsten Kettermann, der bisher vor allem Illustrationen im Rollenspielbereich gemacht hat. Astragard heißt sein Heroic-Fantasy-Epos, das am Ende sechs Alben umfassen soll. Teil 1, "Der Weg ins Ungewisse", ist als Hardcoveralbum im Querformat erschienen und direkt über astragard.com zu beziehen, wo es auch eine PDF-Leseprobe gibt. Für ein so umfassendes Projekt ist ein langer Atem vonnöten, so dass wir dem Künstler die Daumen drücken, dass ihm die Puste nicht auf halber Strecke ausgehen möge.

Bleiben wir im Fantasygenre und gehen in die Frankobelgier-Ecke. Die Albenreihe Der Wald der Jungfrauen von Jean Dufaux und Béatrice Tillier (Salleck Publications) spielt in einer Märchenwelt, in der sich die Völker der Menschen und der Wälfe feindlich gegenüberstehen. Marco Behringer hat den ersten Band für uns besprochen.

Vom Szenaristen Jean-Luc Istin liegen beim Splitter Verlag schon etliche Titel (u.a. Die Druiden) vor. Nun erscheint eine weitere Serie, die er zusammen mit Co-Autor Nicolas Pona und Zeichner François Gomes gestaltet: Das Reich Sienn ist eine muntere Fantasy-Parodie, die die gängigen Stereotypen des Genres auf den Arm nimmt. Wer Bücher von Terry Pratchett mag, liegt hier richtig. Eine Leseprobe gibt's auf der Verlags-Website.

Im weitesten Sinne Science-Fiction ist die neue Serie Carthago von Christophe Bec und Eric Henninot (ebenfalls Splitter). Statt fernen Planeten und Aliens geht es hier jedoch um unentdeckte Regionen der Tiefsee und deren Bewohner. Weit unten im Ozean leben riesenhafte Raubfische, gegen die der weiße Hai ein Kuscheltierchen ist (Leseprobe).

Bei Ehapa gibt es neuen Stoff für die immer noch zahlreichen Fans von Enki Bilal. Animal'z spielt in einer postapokalyptischen Welt, in der hybride Mischlebewesen aus Mensch und Delphin unter der Meeresspiegel leben und die komplette Umwelt von Salz durchdrungen ist. Unser Rezensent Marco Behringer war sehr angetan.

Der Verlag Schreiber und Leser gräbt für sein Label "Alles Gute" einen belgischen Comic von Jean Dufaux aus, dessen erster Band 1987 erschien und in seiner Heimat bereits 24 Alben erreicht hat: Jessica Blandy. Bei uns erschien in den frühen Neunzigern eine Ausgabe bei Ehapa, danach kam nichts mehr. Alles Gute packt nun jeweils drei Alben in ein verkleinertes Buchformat. Es geht um eine amerikanische Journalistin (bisexuelle Alkoholikerin) die es mit allerlei Abschaum der Gesellschaft zu tun bekommt, wobei mit Gewalt und Erotik nicht gespart wird. Der Verlag bietet im Rahmen seiner Aktion "Das ganze Buch" das komplette dritte Album der Serie zum kostenlosen Lesen auf seiner Homepage an.

Das Label Bonelli Comics, bei dem regelmäßig die Reihe Dampyr erscheint, bringt eine weitere schwarz-weiße Comicserie aus Italien zu uns: Dragonero ist klassische High Fantasy mit Zauberern und Orks, Drachen und Zwergen. Eine deutsche Leseprobe ist nicht zu finden, dafür aber eine englischsprachige bei Dark Horse Comics.

Panini erweitert seine Neil Gaiman Bibliothek um einen weiteren Band: Signal To Noise, eine von Gaimans Arbeiten mit dem Grafiker Dave McKean (von dem auch die Sandman-Cover stammen), entstand ursprünglich für das britische Style-Magazin The Face. Es geht um einen Filmregisseur, der an einem Film über den Weltuntergang im Jahr 999 arbeitet, diesen wegen einer Krebserkrankung jedoch nur noch in seinem Kopf fertigstellen kann. Bei mycomics.de kann man die ersten Seiten lesen.

Firefly heißt eine leider viel zu wenig bekannte TV-Serie von Buffy-Schöpfer Joss Whedon, ein charmanter Stilmix aus Western und Science Fiction, der im US-Fernsehen floppte und in Deutschland lange Zeit gar nicht zu sehen war. Inzwischen wurde die Serie doch noch bei Super RTL ausgestrahlt, so dass Panini nun auch den passenden Comic dazu veröffentlichen kann. Serenity: Zwischen den Welten schlägt eine inhaltliche Brücke zwischen der Firefly-Serie und dem Spielfilm Serenity, der die Serienhandlung zu einem vernünftigen Abschluss brachte. Whedon selbst war als Co-Autor beteiligt (PDF-Leseprobe). Frauke hat die US-Version bereits vor vier Jahren besprochen.

Das Genre "Comic zum Videospiel" sorgt ebenso wie verfilmte Videospiele oder Romane zu Games nicht gerade für inhaltliche Höhenflüge, scheint sich aber so ordentlich zu verkaufen, dass ständig neues Material produziert wird. Zum Beispiel Prototype (US-Leseprobe) - der kann immerhin mit einem namhaften Kreativteam (Jimmy Palmiotti, Justin Gray, Darick Robertson) aufwarten, doch unser Rezensent Christopher Bünte meint: "Die Story plätschert langweilig dahin, ist von flachen Figuren bevölkert und endet mit vielen offenen Fragen. Muss das sein?"

Der amerikanische Kleinverlag Zenescope ist seit Jahren in einer Nische erfolgreich, in der er klassische, altbekannte Märchen mit einer mainstream-tauglichen Dosis Gewalt und Sex auflädt. Neben etlichen Märchen der Gebrüder Grimm entstand dort auch die Serie Return to Wonderland, die Motive aus Lewis Carrolls Klassiker Alice im Wunderland zu einer Horror-Story verbrät. Da das Thema dank Tim Burtons 3D-Film gerade en vogue ist, bringt Panini Wonderland nun auch auf Deutsch. Die PDF-Leseprobe zeigt, was man erwarten kann: Leichtbekleidete Pin-up-Girls, eine Menge Blut, aber sicher keinen Carroll'schen Charme.

Üppige Formen stehen auch im Mittelpunkt von Jungle Girl, wo Babe-Zeichner Frank Cho (allerdings nur als Plot-Lieferant) seine Vorliebe für Dinosaurier und Bikinimädchen austoben kann. In Shanna, the She-Devil war das noch ganz lustig, diesmal scheint es aber arg uninspiriert ausgefallen zu sein. Mycomics.de hat eine Leseprobe.

In der Reihe Marvel Exklusiv bringt Panini den Wolverine-Run des Civil-War-Teams Mark Millar und Steve McNiven. Obwohl sie in der fortlaufenden Serie erschien, erzählt Wolverine: Old Man Logan eine eigenständige Geschichte: sie spielt in einer fernen Zukunft des Marvel-Universums, in der alle Superhelden tot sind. Nur ein alter, grauer Wolverine hat überlebt und durchquert die postapokalyptische Welt in diesem Road-Movie-Comic. Klingt nach einem interessanten Konzept, das sicher auch von McNivens feinen Zeichnungen profitiert. Eine Kostprobe gibt es bei mycomics.

In der aktuellen Ausgabe von DC Premium finden wir einen weiteren Ausflug von Filmemacher Kevin Smith (Clerks) ins Comicbusiness: Batman: Kakofonie, gezeichnet von Smiths altem Kumpel Walt Flanagan, der auch in vielen seiner Filme mitspielt, dreht sich um ein Dreieck aus Batman, dem Joker und dem Schurken Onomatopoeia, den Kevin Smith vor einigen Jahren als Autor von Green Arrow selbst ins DC-Universum eingeführt hatte. Das erste Kapitel kann bei mycomics probegelesen werden.

Eine Manga-Eigenproduktion gab's im Februar bei Carlsen: A Kiss from the Dark von Michael Waaler und Nadine Büttner erschien vorab im Magazin Daisuki. Der Manga bewegt sich in einem leicht angedüsterten Fantasygenre, wie es ja zur Zeit vor allem bei jungen weiblichen Lesern sehr populär ist.

Und Tokyopop überrascht mit einem Manga zur US-Krimiserie CSI namens CSI: Intern At Your Own Risk. Passend zur jungen Zielgruppe steht hier ein 15jähriges Mädchen im Mittelpunkt, das ein Praktikum bei CSI in Las Vegas machen darf. Reinlesen kann man hier.

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posted by Thomas um 21:00 | Permalink


04.03.2010

Cross Cult bietet Praktikum an!
(tolle Gelegenheit)

Ein Traumpraktikum für Comicfans aus den Bereichen Thriller, Noir, Horror und Science-Fiction: Zum ersten Mal bietet der Verlag Cross Cult eine Praktikumsstelle an.

Hier die Ausschreibung:
Praktikum in der Comic-Redaktion/Presse-Abteilung des Cross-Cult-Verlags

Der Roman- und Comicverlag Cross Cult sucht zum nächstmöglichen Termin eine Praktikantin oder einen Praktikanten für die Abteilung Redaktion/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Zeitraum von drei bis sechs Monaten.

Cross Cult verlegt seit 2001 Comicreihen und Graphic Novels aus den Grenzbereichen zwischen Comic-Unterhaltung und kunstvollem Underground, darunter so bekannte Titel wie SIN CITY und HELLBOY. Ein inhaltlicher Schwerpunkt ist die thematische Nähe zu audiovisuellen Medien, zahlreiche unserer Comic-Titel haben erfolgreiche Kino- und TV-Adaptionen erfahren. Intensive redaktionelle Betreuung und aufwändige Produktion zeichnen die Publikationen des Cross-Cult-Verlags aus. Seit 2008 erscheinen auch vermehrt Romane unter dem Label Cross Cult, allen voran aus dem immens populären Star-Trek-Franchise, das bei Cross Cult eine neue verlegerische Heimat gefunden hat.

Das Verlags-Praktikum bei Cross Cult bietet Einblicke und Mitarbeit in einem erfolgreichen, jungen Verlagshaus, enge Einbindung in den redaktionellen Alltag, umfassende Betreuung und eigenverantwortliches Arbeiten an Buchprojekten und PR-Maßnahmen. Das Praktikum umfasst folgende Aufgabenbereiche:

- Redaktionelles Arbeiten: Lektorat, Erstellen von Texten für Homepage/Newsletter, Betreuung von redaktionellen Zusatzseiten, Entwicklung und Betreuung der Online-Präsenz

- Presse-Arbeit: Erstellen von Presseinformationen, Konzeption und Durchführung von PR-Strategien, Pflege und Betreuung von Presse-Kontakten, Versand und Bemusterung von Medien-Partnern

- Unterstützung bei Messe- und anderen Öffentlichkeitsauftritten

- und viel Raum für eigene Ideen!


BewerberInnen sollten ein gesteigertes Interesse am Verlagswesen, Textarbeit, Literatur im Allgemeinen und Comics im Speziellen mitbringen. Kommunikationsfähigkeit, ein offenes Wesen, organisatorische Fähigkeiten, lebendige Schreibe und ein strukturierter Arbeitsstil sind ein Muss, Erfahrungen in redaktionellem Arbeiten und Verlagstätigkeiten wären hilfreich.

Bei Interesse bitte Lebenslauf, Bewerbungsmappe und aussagekräftige Arbeitsproben an:

Cross Cult, Filip Kolek, Teinacher Str. 72, 71634 Ludwigsburg oder
presse(at)cross-cult.de.

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posted by Frauke um 18:05 | Permalink


01.03.2010

Spatzen auf den Dächern 9
(Best of Comicgate-Tweets KW 04-08)

Aufhebenswerte Tweets der letzten Wochen aus dem Gezwitscher der Comicgate-Redaktion, wo wir das Neueste aus der Welt der Comics und darüberhinaus sammeln.

Zeichenerklärung:
RT = retweet = Zitieren eines anderen Tweets von Nutzer @xyz
Verfasser: TK = Thomas, mof = Marc-Oliver, DW = Daniel, FP = Frauke


KW 04
KW 05
KW 06
KW 07
KW 08
  • Schöne Tipps: Panels that always work. FP RT @BJLG For all my friends making comics—download this genius: http://bit.ly/9wVpFL

  • Sinnlos, aber lustig: Batman & Robin Comic Generator http://bit.ly/9vxa0Y TK

  • US-Tipp der Woche: CAPTAIN SWING AND THE ELECTRICAL PIRATES OF CINDERY ISLAND #1 von Warren Ellis & Raúlo Cacéres: http://bit.ly/b8xPtq mof

  • Die Trennung zw. westl. Comics und Manga zeigt sich auch beim Comic-Salon: Tokyopop wird nicht mehr dabei sein. http://bit.ly/cW9wxr FP

  • Batman schlägt Superman. Zumindest was die Comicauktionen angeht, da liegt der Dunkle Ritter seit heute vorne. DW http://tinyurl.com/yj4hqrf

  • FP RT @laybag: RT @spreeblick: Im neuen "Selbstauslöser" geht's mit Mawil in die Comic-Bibliothek: http://bit.ly/8Xfc7E

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posted by Frauke um 23:12 | Permalink


12.02.2010

Frisch aus der Druckerei, 2/10
(Comic-Neuheiten im Januar)

HIGHLIGHT DES MONATS: Der Name Posy Simmonds war zumindest mir bislang völlig unbekannt, dabei wurden vor Jahren immerhin schon zwei Kindercomics aus ihrer Feder auf Deutsch veröffentlicht. Mit Tamara Drewe erscheint bei Reprodukt aber nun ein dezidiert erwachsener Stoff, der Comic-Sequenzen mit Prosatext mischt und zunächst als Fortsetzungsgeschichte im Guardian erschien. Das Buch spielt auf einer ländlichen Residenz, die für viele Schriftsteller als Rückzugsort zum Schreiben dient. Das spießige Idyll wird aufgebrochen, als die attraktive junge Titelheldin aus London ins Dorf kommt, weil sie dort ein Haus geerbt hat. Der Stoff wird gerade von Stephen Frears (High Fidelity, The Queen) verfilmt. Bei Reprodukt gibt es eine Leseprobe, und bei guardian.co.uk steht sogar der komplette Comic online - allerdings in schwer lesbarer, ziemlich kleiner Auflösung.

Der auf der Frankfurter Buchmesse mit großem Täterä angekündigte Relaunch von Fix & Foxi fand im Januar statt. Nun gibt es also wieder eine Heftserie am Kiosk, bestehend aus neuen Comics, kindgerechten Wissensstrecken und dem obligatorischen Gimmick. Wirklich neu und interessant amneuen Fix & Foxi ist die Publikationsweise, denn neben der Printversion gibt es die Hefte auch in verschiedenen digitalen Varianten, für die der Verlag New Ground Publishing GmbH die Software seiner Plattform comicstars.de nutzt. Dort sind auch alte Fix-und-Foxi-Comics der letzten 50 Jahre zu finden. Ob allerdings die beiden Zielgruppen (Kinder und angejahrte Nostalgiker) sich auf E-Book-Experimente einlassen werden, kann bezweifelt werden. Siehe dazu auch den Beitrag von Björn, den er direkt nach der Präsentation in Frankfurt für unser Blog geschrieben hat.

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Extrem viel neuen Stoff gabs im Januar bei Panini Comics. Im weitesten Sinne zur Familie von Conan und Red Sonja gehört Solomon Kane, denn all diese Figuren wurden von Pulp-Meister Robert E. Howard erschaffen. Kane ist ein Puritaner, der im 16. Jahrhundert das Böse bekämpft. Seinen ersten Auftritt hatte er 1928 in Weird Tales, die erste Comicvariante gab es in den Siebzigern bei Marvel. Inzwischen gibt es einen Kinofilm und da war ein neuer Comic wohl unvermeidlich. Geschrieben wurde Solomon Kane: Schloss des Teufels von Dark-Horse-Redakteur Scott Allie und gezeichnet von Mario Guevara. Eine US-Leseprobe gibt es hier.

Weitere neue Lizenzcomics zu mehr oder weniger erfolgreichen Franchises: Neu im Panini-Programm sind Comics zur Fernsehserie Supernatural und zum Videospiel Mirror's Edge, die beide in den USA bei Wildstorm erschienen sind. Hier gibt es jeweils das komplette erste Kapitel bei mycomics.de zu lesen. Supernatural funktioniert als Prequel zur Mystery-TV-Reihe und bei Mirror's Edge steht eine Parkour-Läuferin in einer dystopischen Zukunft im Mittelpunkt.

In der DC-Ecke bringt Panini eine Serie nach Deutschland, die zwar unter dem DC-Label erscheint, die aber nicht direkt im Superheldenuniversum des Verlags spielt. Denn Jonah Hex ist ein astreiner Western. Erstmals 1972 erschienen, gab es immer wieder mal längere und kürzere Serien mit dem Revolverhelden. Die aktuelle gibt es seit 2005, wird vom Autorenteam Justin Gray und Jimmy Palmiotti mit verschiedenen Zeichnern gestaltet und hat es bereits auf über 50 Hefte gebracht. Die ersten sechs gibt's nun auf Deutsch in Jonah Hex 1: Zeit zu sterben, was sicher auch damit zu tun hat, dass eine Verfilmung des Stoffs in den Startlöchern steht (Leseprobe).

Nun zu den Superhelden, bei denen der Überblick derzeit immer schwerer fällt, weil fast alle mehr oder weniger schwer in diverse Crossover-Events verstrickt sind. Neben den ganz großen Events, die sich durchs komplette Verlags-Universum ziehen, gibt es noch kleinere Crossover, die sich innerhalb der einzelnen "Helden-Familien" abspielen. So drehten sich die verschiedenen Batman-Haupt- und Nebenserien kürzlich um den "Battle for the Cowl", nachdem Bruce Wayne ja (vermeintlich?) tot ist. Auf Deutsch nennt sich das Ding Kampf um die Maske und erscheint sowohl in der regulären Batman-Heftserie als auch in der Batman Monster Edition 4.

Auch die Superman-Familie hat ihr Mini-Crossover: Dort heißt es New Krypton und erscheint bei uns in den Superman Sonderbänden 35 und 36. Auf der Erde gibt es eine neue Stadt am Nordpol, in der 100.000 Kryptonier leben, also lauter Leute, die die gleichen enormen Kräfte haben wie Superman. Auf mycomics.de steht das komplette erste Kapitel.

Auch Marvel kennt das Phänomen der "kleineren Events". Ein solches ist War of Kings, das sich vor allem im Bereich von Marvels "cosmic heroes" abspielt, also den Superhelden, die mit Weltraum und fernen Planeten und so zu tun haben. Tut mir leid, aber ich habe nicht den geringsten Durchblick, wovon ich hier gerade schreibe. Auf der Panini-Homepage liest sich das so: "Was passiert, wenn die Imperien der Shi'ar und der Inhumans/Kree ihren Konflikt endgültig lösen wollen? Die Sterne der Galaxie werden erbeben, und mitten im Getümmel kämpfen die Wächter der Galaxie und Nova!" Alles klar. Jedenfalls ist der erste von drei Sammelbänden erschienen. Eine Kostprobe auf Englisch ist hier zu finden.

Was passiert, wenn man einen Marvel-Helden nimmt, in die 30er Jahre versetzt und eine Story im Stil der Série Noir zu erzählen versucht? Dann entsteht die Miniserie Marvel Noir: Spider-Man, die nun auch als deutscher Sammelband vorliegt. Und weil das Konzept gar nicht so schlecht angekommen ist, wird es von Marvel natürlich endlos weitergemolken. In den USA gibt es bereits Noir-Varianten von Daredevil, Wolverine, Punisher, Luke Cage und noch ein paar mehr. Das erste Kapitel von David Hines Spider-Man Noir gibt's bei mycomics.

Garth Ennis, der den Punisher über viele Jahre recht erfolgreich geschrieben hatte, hat seinen langen Run beendet, aber der Mann mit dem Totenkopf-T-Shirt darf natürlich nicht in Rente gehen. Wechselnde Autoren übernehmen Punisher Max, den Anfang machte eine Storyline von Gregg Hurwitz, dessen erster Storybogen nun in Max Comics 32: The Punisher: Mädchen in weißen Kleidern auf Deutsch vorliegt. Eine US-Preview kann man hier sehen.

Intellektuellen Anspruch und Tiefgang erwartet man bei den Superhelden aus dem Hause Image eher nicht, erst recht nicht, wenn sie sich in einem Crossover treffen. Noch nicht mal dann, wenn der Autor Alan Moore (von Beruf Comic-Gott) heißt. Im Jahr 1996 entstand die Miniserie Spawn/WildC.A.T.S, die manchen Leuten als der schlechteste Comic von Alan Moore gilt. Nun auch auf Deutsch bei Panini zu haben.

Ähnliche Geschmacksrichtung, nur ohne Comic-Gott: Broken Trinity, das aktuellste Crossover aus dem Hause TopCow, in dem sich die Witchblade mit Angelus und Darkness verbrüdern oder verprügeln oder beides darf. (Leseprobe bei mycomics)

Zurück nach Europa, nach Frankreich. Die Ehapa Comic Collection hat sich inzwischen angewöhnt, kürzere frankobelgische Albenserien gleich in einem dicken Band zu veröffentlichen und mit dem Sticker "All in One" zu versehen. Im Januar erschienen gleich zwei davon: Codex Angélique - Kompendium der Engel von Thierry Gloris und Mikaël Bourgouin spielt um die Jahrhundertwende und ist voll mit Mystizismus und Übersinnlichem, was unserem Rezensenten Benjamin Vogt nicht so gut gefallen hat. Eine Leseprobe gibt es nur auf Französisch.

Vinci von Didier Convard und Gilles Chaillet ist ein Historienkrimi, bei dem Leonardo da Vinci in eine Serienkiller-Story verwickelt wird. Der französische Verlag hat eine eigene Website zur Serie spendiert, bei uns wurde der Band bereits besprochen.

Auch beim Splitter Verlag gibt es eine neue Serie, die vor historischem Hintergrund spielt: In Sukkubus von Thomas Mosdi und Laurent Paturaud geht es um Verschwörungen und Intrigen vor dem Hintergrund der französischen Revolution (Leseprobe). Viel wichtiger aber als die Handlung: Der Comic stinkt.

Der Epsilon Verlag probiert es mit einem Mix aus Humor und Erotik. Im ersten Album der Reihe LieblingsSünden von Arthur de Pins gibt es zahlreiche One-Pager, die sich an der schwierigen Kombination von Sex und Witz versuchen. Während die Zeichnungen sehr modern und ansehlich daherkommen, wirkt der Humor doch reichlich altbacken, wie man an der Leseprobe sehen kann. Eis am Stiel lässt grüßen.

Zwei Mangaserien, die beide auf amerikanischen bzw. irischen Romanreihen basieren, starteten im Januar bei Tokyopop: Zum einen Maximum Ride nach der Romanserie von James Patterson - hier geht es um sechs Geschwister, die nach einem Genexperiment Flügel bekommen haben und fliegen können. Zu der Manga-Adaption von NaRae Lee gibt es eine Leseprobe auf der Tokyopop-Website.

Eine eigene Minisite (mitternachtszirkus.de) hat der Verlag für seine Darren Shan-Reihe gestaltet. Die Mitternachtszirkus-Bücher, deren erste Verfilmung vor ein paar Wochen im Kino startete, sind Vampirromane für Jugendliche, die man vielleicht als Alternative für Leser bezeichnen könnte, denen Stephenie Meyers Twilight-Stories zu kitschig sind. Von der Manga-Version sind mindestens 12 Bände geplant, die im 2-Monats-Rhythmus erscheinen.

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posted by Thomas um 14:10 | Permalink